4.05.12: Auswärtsspiele in Köln & Pokalfinale - Fußball bald nur noch für Reiche?

Das letzte Bundesligaspiel führt uns nach Köln, um die Saison im Angesicht der beiden anstehenden Finalspiele locker ausklingen zu lassen. Wie kürzlich in Bremen und wie die beiden vergangenen Jahre im Müngersdorfer Stadion kostet die Karte für den Gästeblock 16 EUR. Die Partie vor der zuletzt verzeichneten Preisänderung datiert vom Herbst 2008, als der FC Bayern nach dem Wiederaufstieg der Kölner einen 3:0 Sieg einfuhr. Der Eintritt damals: 18 EUR, man muss ja nicht alles verstehen. Auch gibt es seit drei Spielzeiten keinen Topspielzuschlag mehr für die Karten im Gästeblock.
Doch sogar beim 1. FC Köln findet sich nach all dem fast schon Lobenswertem bei einem etwas weiteren Blick in die Geschichte Erstaunliches. So löhnten Bayernfans zum ersten Gastspiel nach dem Komplettumbau des Müngersdorfer Stadions im Mai 2004 nur 9 EUR. Angesichts des Preises von 18 EUR vier Jahre beziehungsweise zwei Auf- und zwei Abstiege später eine dann doch äußerst rasante Preisentwicklung.

Den kommenden Samstag steht das erste Finale für den FCB in dieser Woche an, in Berlin geht es wie 2008 bereits gegen Borussia Dortmund um den Sieg im DFB-Pokal. Die Karten für die Ostkurve kosten 40 EUR, also 5 EUR mehr als zuletzt vor zwei Jahren gegen Bremen und auch im besagten Duell vor vier Jahren. Etwas eher in der Geschichte finden sich als Eintrittspreis für ein Endspiel sogar 20 EUR, 2003 gegen Kaiserslautern, womit sich der Preis in neun Jahren genau verdoppelt hat.
Einen direkteren Bezug zur Höhe des Eintritts stellt jedoch der Blick auf die Auswärts-Pokalspiele der laufenden Saison dar. Kostete die Karte in der ersten Runde bei Eintracht Braunschweig noch 12 EUR, wurden in Bochum bereits 15 EUR fällig, in Stuttgart 17 EUR und im Halbfinale in Gladbach 18 EUR. Macht für alle vier Spiele Gesamtkosten von 62 EUR. Wenn man sich daraus den bisherigen Durchschnittspreis dieser Pokalsaison errechnet fällt ins Auge, dass für die Finalkarten schlicht mehr als das zweieinhalbfache dieses Preises verlangt wird. Klar ist es ein Finale, aber 238% des Schnitts bisherigen Eintrittspreise der Saison? Gerade dieser Vergleich lässt die 40 EUR dann doch schon als recht üppig erscheinen.

18.04.12: Auswärtsspiele in Bremen - Fußball bald nur noch für Reiche?

Zum vorletzten Auswärtsspiel dieser Bundesligasaison reist der FC Bayern abermals an die Weser zum Spiel gegen Werder Bremen. Zum vierten Mal in Folge kostet der Eintritt für den Gästeblock des Weserstadions für Bayernfans 16 EUR. Eine löbliche Kontinuität könnte man dahinter vermuten. Im August 2007 war der Preis zuletzt günstiger, betrug wie im Jahr davor 13 EUR.
Sieht man sich aber die Kartenpreise für Fans von Hoffenheim, Nürnberg und Augsburg diese Saison an, so zahlten Fans dieser Vereine nur 11 EUR Eintritt. Der Topspielzuschlag beträgt dabei also 5 EUR bzw. mit 45% schon fast die Hälfte. Selbst im ersten Spiel seit der Euro-Einführung kostete der Eintritt für Bayernfans mit 12 EUR bei der Niederlage im November 2002 schon mehr als diese Saison für eine nicht als Topspiel klassifizierte Begegnung.

8.04.12: Auswärtsspiele in Dortmund - Fußball bald nur noch für Reiche?

Mitte kommender Woche steht für unseren FC Bayern das womöglich meisterschaftsentscheidende Spiel in Dortmund an. Eintritt erlangen Bayernfans dort für 14,90 EUR. Anhand der Entwicklungen, die erst zu diesem Preis geführt haben, wird deutlich, wie wichtig das Engagement von Fußballfans gegen überhöhte Eintrittspreise ist. Erst aufgrund der kontinuierlichen Arbeit der Dortmunder Fans im Rahmen der „Kein Zwanni“-Kampagne mit der Thematik konfrontiert, entschied sich der BVB vergangenen Sommer dazu, die Topspielzuschläge für den Gästeblock gänzlich zu streichen. Fortan hatten in der aktuell laufenden Saison also alle Gästefans diesen Preis von 14,90 EUR zu zahlen, was für uns eine Minderung des Eintritts im Vergleich zu Vorsaison um 2,50 EUR bedeutete. Gleichzeitig stellte dieser generelle Preis jedoch keine übermäßige Steigerung für Fans von Vereinen dar, für deren Spiele kein Topspielzuschlag erhoben wird. Anhänger vom FC St. Pauli zahlten letzte Saison 14,50 EUR. Die damit verbundene Steigerung um 40 Cent ist dabei wohl zu verkraften.
Überhaupt zum Thema Topspielzuschlag im Westfalenstadion: Für alle restlichen Karten verlangt der BVB einen Zuschlag von 20% für das Spiel gegen Bayern und stellt auch damit eher die Ausnahme in der Bundesliga dar. Öfter schon berichteten wir an dieser Stelle von Zuschlägen von 50% und darüber. Allein in der Rückrunde langten bei unseren Auswärtsspielen der HSV, Hertha BSC und der 1. FC Nürnberg mit Zuschlägen von teils dem Doppelten des normalen Eintritts entschieden deutlicher hin.

29.03.12: ProFans München: FUSSBALL MUSS BEZAHLBAR SEIN!

Am 28. Spieltag der laufenden Bundesligasaison kommt es zum ewig jungen Vergleich zwischen dem Club aus Nürnberg und dem FC Bayern München im Nürnberger Frankenstadion.

Für dieses Spiel, welches seit jeher von der Rivalität des kleinen Davids aus Franken gegenüber dem übermächtigen Goliath aus München lebt(e), sorgt nun die Vereinsführung des Clubs für weiteren Zündstoff, weil sie eine gesonderte Preisliste für dieses sogenannte (Top-)Spiel veröffentlichte.

In der gesonderten (Bayern-)Preisliste werden, wie schon in der letzten Saison, erhebliche Preiserhöhungen auf sämtliche Tageskarten verzeichnet, so wird beispielweise eine Stehplatzkarte für Heim- und Gästefans um zehn Euro teurer und kostet nun 23€, das entspricht einem Zuschlag von knapp 77%. Auch die Sitzplätze werden teurer und erfahren auf der Haupttribüne eine Erhöhung um 38€ pro Ticket und kosten nun 85€. Die vergünstigten Karten im Familienblock fallen komplett weg und kosten anstatt 19€ plötzlich 44€. Eine Erhörung um über 120%!!! Insgesamt lässt sich festhalten, dass Tageskarten um durchschnittlich 70% teurer werden.

 Hier stellt sich nun die Frage, mit welcher Begründung ein Verein  für ein (Top-)Spiel solche Preiserhöhungen vornehmen darf? Natürlich ist sich die Vereinsführung bewusst, dass das Stadion gegen den Deutschen Rekordmeister aus München bis auf den letzten Platz ausverkauft sein wird, womit sich der Eindruck verstärkt, dass sich der 1.FC Nürnberg durch die Zugkraft des FC Bayern München die Geldschatullen füllen will. Aber warum sollen nun die Gästefans ebenfalls diesen (Top-) Zuschlag bezahlen? Jeder Fan, der an diesen Tag den Roten aus der Landeshauptstadt die Daumen drückt und sich das Spiel im Stadion anschauen will, muss jetzt tiefer in die Tasche greifen, wohingegen die Fans der meisten anderen Bundesligamannschaften weniger bezahlen müssen. Aus diesem Grunde haben sich die Munichmaniacs erneut dazu entschlossen, dieses Spiel nicht im Stadion zu verfolgen, um ein deutliches Zeichen im Kampf gegen die horrenden Kartenpreise zu setzen.

Warum ist für uns jedes Auswärtsspiel auch gleichzeitig ein Topspiel?
Nur weil wir die Fans des besten deutschen Vereins sind müssen wir bei jedem Spiel immer deutlich tiefer in die Tasche greifen als Fans aus Freiburg oder Wolfsburg. Aus unserer Sicht ist diese Tatsache nicht gerechtfertigt. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die absurde Frage wie diese Topspielzuschläge von diversen Vereinen definiert werden, da zum Beispiel die Fans des aktuellen Deutschen Meisters aus Dortmund in Nürnberg ebenso bedeutend geringer zur Kasse gebeten wurden, als wir Bayern-Fans.

Ein positives Beispiel, dass es auch ohne eine Ungleichbehandlung von Fans verschiedener Vereine gehen kann, stellt seit Jahren Bayer Leverkusen dar, die trotz des Bewusstseins, dass gegen Bayern München die Hütte stets ausverkauft sein wird, auf unnötige Topspielzuschläge gegenüber dem Gästeanhang verzichten. Ebenso erwähnenswert ist, dass durch das Engagement von Kein Zwanni nun auch Borussia Dortmund die Topspielzuschläge von der Tagesordnung gestrichen hat. Nachdem die Stehplatzkarten im Gästeblock für uns in den letzten beiden Jahren 16,80€ bzw. 17,40€ gekostet haben, verzichtet der BVB nun auf einen Topspielzuschlag für Gästefans. Die Stehplatzkarte kostet für Bayernfans für dieses möglicherweise vorentscheidende Spiel im Kampf um die Meisterschaft nur noch 14,90€. Ein großer Schritt in die richtige Richtung und ein erfreuliches Signal für alle Fußballfans.

Die Preispolitik der Franken hingegen ist ein Schlag ins Gesicht für alle Fußballfans!
Sowohl für uns, als auch für die eigenen Anhänger.

GEGEN TOPSPIELZUSCHLÄGE!

KEIN ZWANNI FÜR NEN STEHER!

- ProFans München

23.03.12: ProFans München zum Spiel in Berlin

Wo war die “Münchner Courage” am letzten Samstag?
Ist für den klinisch-sauberen Fußball jedes Mittel recht?

Rund um das Spiel des FC Bayern in Berlin vergangene Woche kam es zu zahlreichen gewalttätigen Übergriffen vor den Augen einer schweigenden Mehrheit. Zivilcourage? Fehlanzeige. Die Gewalttäter trugen Ordner-Jacken und Uniform. Vor dem Spiel waren von der Gewalt vor allem Bayernfans betroffen, die nach Meinung der Ordner alkoholisiert waren. Im Minutentakt konnte man am Gästeeingang beobachten, wie Bayernfans im festen Griff von zwei, drei Ordnern aus dem Stadion geschmissen und ihre Eintrittskarten zerrissen wurden. Nach dem Spiel wurden von den Sicherheitskräften vor allem Fans attackiert, die verdächtigt wurden, während der 90 Minuten der Begeisterung und der Leidenschaft für unseren Verein mit Pyro Ausdruck verliehen zu haben. Dabei entwickelten sich auf dem von den Massen auf dem Heimweg genutzten Stadionvorplatz regelrechte Hetzjagden. Einsatztrupps in Kampfmontur stürmten ohne Rücksicht auf Verluste durch die Fanmassen. Wer nicht schnell genug Beiseite war, hatte eben Pech gehabt. Jetzt kann man zu Pyro und Alkohol stehen wie man will. Es muss nicht unbedingt sein, vor den Spielen aus dem Bus zu torkeln und im Stadion nichts mehr auf die Reihe zu kriegen. Das ein oder andere Bier gehört aber für viele zum Stadionbesuch dazu. Und Pyro bringt schon seit Jahren und Jahrzehnten ein ganz bestimmtes, typisches Flair in die Fankurven, das unbestreitbar Teil der Faszination Fußball ist. Dieser Status-Quo soll mit buchstäblich ALLER GEWALT gebrochen werden. Unerwünschtes Verhalten, egal ob es “ein Bier zu viel” oder das Bengalo in der Hand ist, soll ausgemerzt werden. Vielleicht haben die beiden Themen auf den ersten Blick nicht allzuviel gemein, das Ziel hinter diesen Maßnahmen ist aber ein klinisch-sauberes Event ohne “Störungen” und Emotionen. Erreicht werden soll dies durch blanke Gewalt, wie wir sie am Samstag erlebt haben. Dass dieses gewissen- und rücksichtslose Verhalten gerade von denjenigen angeordnet wird, die sich gerne bei gegebener Gelegenheit an der Spitze des “Volkszorns” inszenieren, ist nichts als pure Heuchelei. Wo bleibt der „Aufstand der Anständigen“? Wo bleibt die Zivilcourage, wenn Gewalttäter in Uniform samstäglich zuschlagen?

Wir wollen Euch aber auch ausdrücklich davor warnen, Euch durch unüberlegtes, wenn auch nachvollziehbares Verhalten, selber den Mühlen der Repression auszusetzen. Ihr könnt aber auch schon Zivilcourage zeigen, wenn Ihr nicht wegschaut und weitergeht sondern stehen bleibt und nachfragt, was das soll oder Euch nach den Dienstnummern der Beamten erkundigt. Die Antworten, die man darauf in der Regel erhält, sprechen für sich.

HINSCHAUEN, ZIVILCOURAGE ZEIGEN! AUCH BEI POLIZEI-GEWALT UND ORDNER-WILLKÜR!
- ProFans München

23.03.12: Auswärtsspiele in Marseille und Nürnberg - Fußball bald nur noch für Reiche?

Bevor es nächste Woche zum Derby nach Franken geht, fährt unsere Équipe zunächst erstmal an die französische Mittelmeerküste, um im Hinspiel bei Olympique Marseille schon mal den Halbfinaleinzug planbar zu machen. Bayernfans zahlen für den Eintritt ins geschichtsträchtige Stade Vélodrome 50 EUR Eintritt. Zunächst natürlich ein guter Happen Geld, ist doch auch die Hinfahrt mit über 1000 KM Fahrt nicht ohne. Auch handelt es sich beim Spiel in Marseille um das immerhin zweitteuerste Spiel dieser Europacup-Saison (nach den 60 EUR von Villarreal). Andererseits ist das Kräftemessen mit OM auch ein Viertelfinale und erstaunlicherweise haben die Fans von Borussia Dortmund in der Vorrunde an gleicher Stelle noch stolze 65 EUR bezahlt. Was auch immer zu diesem Preisverfall führte, verwunderlich wirkt er auf jeden Fall. Etwas weiter in der Historie gekramt, kommt beim letzten Spiel in Frankreich übrigens ebenso ein Preis von 50 EUR heraus. Damals im Halbfinale bei Olympique Lyon 2010.

Nur drei Tage später steht das Spiel in Nürnberg auf dem Programm, und was uns da bei den Ticketpreisen erwartet, spottet schon seit einigen Jahren jeder Beschreibung. Bereits zwischen der Saison 2004/2005 und deren Abstiegssaison 2007/2008 verlangte man im Frankenstadion jedes Jahr den zweithöchsten Eintritt aller Bundesligisten bei Bayernspielen. Seit letzter Saison ist der FCN in dieser Kategorie schließlich Spitzenreiter, werden allen Bayernfans doch tatsächlich für den Einlass in den Gäste-Stehplatzblock nun wiederholt 23 EUR abgeknöpft. DREIUNDZWANZIG EURO!!! Zudem es ja beileibe nicht so ist, als dass es sich beim 1. FCN um einen Topclub handeln würde, ganz im Gegenteil. Von dem her muss man diesen Preis noch in einem ganz anderen Licht sehen. Inklusive ist dabei ein Topspielzuschlag von geschlagenen 10 EUR, der die blanke Abzocke für Bayernfans nur noch deutlicher zu Tage treten lässt.

9.03.12: Auswärtsspiele in Berlin&Mönchengladbach - Fußball bald nur noch für Reiche?

Am Samstagabend spielt der FC Bayern bei Hertha BSC, die Karte im Gästeblock kostet diesmal 19 EUR. Wohlgemerkt kein Stehplatz, da es im Berliner Olympiastadion offiziell nur Sitzplätze gibt. Damit reiht sich die Hertha wie schon seit langem in die oberen Bereiche des Preisspektrums der Bundesligisten ein. Nichtsdestotrotz lohnt auch hier ein Blick auf die vergangenen Jahre. Vor dem Abstieg im Mai 2010 kosteten die Karten schon 21 EUR, der Preis wurde also ein wenig der sportlichen Situation nach dem Wiederaufstieg angepasst, da sich Hertha offensichtlich nun nicht mehr wirklich zu den Spitzenteams zählen kann. Allerdings waren die 21 EUR keine Neuheit. Bereits 2007 verlangte man in Berlin 21 EUR, als der FCB an einem fröstelnd kalten Dezembertag im Olympiastadion gastierte und ein selten ereignisarmes 0:0 heraus sprang. Wo wir gerade bei 0:0 sind: das letzte Spiel, als die Karten billiger als heute waren, war mit 17 EUR im Januar 2005. Die hohen Eintrittspreise haben in Berlin also in der Tat eine sehr lange Tradition.
Auch einen unrühmlichen Spitzenplatz muss man der Hertha in einer Kategorie einräumen: In den 10 Jahren nach der Jahrtausendwende wurde in Berlin fast jährlich der höchste Eintrittspreis aller Bundesligisten für den Gästeblock bei Bayernspielen fällig. Nur in zwei Saisons (2003/2004 und 2009/2010) wurde der Eintritt fürs Olympiastadion noch vom – wem auch sonst – HSV getoppt.
Natürlich darf auch das Thema „Topspielzuschlag“ in Berlin nicht unter den Tisch gekehrt werden. Dieser betrug in den beiden Jahren vor dem Abstieg ZEHN EURO. Damals zahlten Fans des VfL Bochum 11 EUR Eintritt, wohingegen von uns 21 EUR verlangt wurden.

Kommen wir zum Spiel am Mittwoch darauf, wenn es zum Halbfinale im DFB-Pokal nach Mönchengladbach geht. Wenig überraschend schlägt der Preis mit 18 EUR als teuerster der diesjährigen Pokalrunde zu Buche, ist ja schließlich ein Halbfinale. Damit reiht sich der Preis in eine gewisse Tradition im Gladbacher Nordpark ein, zahlten Bayernfans beim vergangenen Bundesligaspiel im Januar nun schon zum dritten Mal 18 EUR für den Eintritt in den Gästeblock. Und wie schaut es hier mit dem Topspielzuschlag aus? Bei Pokalspielen hinkt dieser Vergleich naturgemäß etwas, aber dennoch lässt sich mit dem Relegationsspiel letztes Jahr gegen Bochum eine Begegnung finden, die für den Verein doch eine ähnliche Bedeutung gehabt haben dürfte. Damals kosteten die Gästekarten 9,50 EUR (ermäßigt) und 13 EUR (Vollzahler). Bleiben also immer noch fünf EUR Zuschlag für das Spiel kommende Woche.

24.02.12: Auswärtsspiele in Leverkusen - Fußball bald nur noch für Reiche?

Am kommenden Samstag spielt der FC Bayern in Leverkusen. Für 13,50 EUR ist dafür eine Stehplatzkarte im Gästeblock zu haben. Fairerweise wird damit schon zum fünften Mal in Folge der gleiche Preis verlangt, was das Spiel in Leverkusen zu einer konstant geringen Belastung für unsere Finanzen macht. Auch hervorzuheben, dass wir langfristig nur für die Erstligaspiele in Freiburg, Hannover und Mainz weniger Eintritt zahlen mussten, als für das in Leverkusen. Was dieses Spiel gleichzeitig auch zum günstigsten gegen sportlich gesehen größere Gegner macht, sieht man mal von der Wundersaison von Hannover und Mainz letztes Jahr ab.
Aber neben solchen Zeiten, in denen über jetzt mittlerweile schon knapp fünf Jahre der Preis nicht mehr erhöht wurde gab es in Leverkusen auch schon andere Erfahrungen: zwischen den 3:1- und 5:2-Siegen der Bayern im März 2004 und August 2005 erhöhte sich der Eintrittspreis in folglich nicht einmal anderthalb Jahren von 8 EUR um satte 50 Prozent auf 12 EUR.

20.02.12: Der „goldene Weg“?

Am vergangenen Freitag hat der FC Bayern die Informationen für das anstehende Europacup-Spiel in Basel veröffentlicht. Darin heißt es: „Sollte es im Gästeblock zum Einsatz von Pyrotechnik kommen, behält sich der FC Bayern vor, im Hinblick auf zukünftige Auswärtsspiele im Rahmen der UEFA-Champions-League entsprechende Konsequenzen zu ziehen.“ So gibt es beim FC Bayern auch Pläne in der Schublade, für das – ein Weiterkommen gegen Basel vorausgesetzt – folgende Europapokal-Auswärtsspiel auf das dem Gastverein zustehende Kartenkontingent zu verzichten und keine Karten an Bayernfans zu verkaufen. Eine solche Maßnahme des vorauseilenden Gehorsams würde die durch die UEFA-Disziplinar-Kommission möglicherweise verhängten Strafen weit übertreffen. Sie würde die vielen treuen Fans hart treffen, die ihrem Verein sogar bis in die entferntesten Städte Europas hinterher reisen. Fakt ist, dass die UEFA von ihr selbst definiertes unerwünschtes Fanverhalten mit Strafen belegt. Im Falle von Pyrotechnik sind das meist Geldbeträge, die für den FC Bayern wirtschaftlich gesehen keine Rolle spielen. Fakt ist aber auch, dass Pyrotechnik seit Jahrzehnten europaweit, ja sogar weltweit Teil von Fankultur und Fußball-Atmosphäre ist. Nicht umsonst gefällt es auch einem Uli Hoeneß bei besonderen Anlässen im Stadion in München Feuerwerk zu zünden. Pyrotechnik ist auch Teil eines „Europapokal-Feeling“, das gerade diejenigen fesselt, die jetzt von dieser Drohung betroffen sind. So ehrlich sollte jeder von uns zu sich selber sein, dass er vielleicht selber schon mal ein Bengalo in der Hand hatte oder zumindest von den beeindruckenden Bildern begeistert war.

Die jetzt ausgesprochene Drohung zielt darauf ab, den geltenden Status Quo zu brechen. Denn Pyro gehört seit Jahren und Jahrzehnten zu Europacup-Auswärtsspielen dazu. Diese Maßnahme nimmt alle Bayernfans in Geiselhaft. Sie soll die Fans spalten und bestehende Gräben vergrößern. Gräben, die sich nicht leugnen lassen, die man aber lieber alle zusammen im Sinne unseres FC Bayern schließen sollten, anstatt sie zu vergrößern.

Auf den ersten Blick scheint diese Maßnahme für die Vereinsführung des FC Bayern ein goldener Weg aus einer Situation, die sie als ärgerlich empfindet. Verzichten die verschiedensten Fans, Fanclubs und Fangruppen in Basel auf Pyrotechnik, wird die Drohung in Zukunft vor jeder Partie ausgesprochen und es gibt keine Pyrotechnik mehr bei Europapokal-Auswärtsspielen. Der FC Bayern ist der schönen neuen Welt eines sauberen Fußballs ohne „Störungen“ und „negtiven Begleiterscheinungen“ ein Stück näher. Einer neuen Welt ohne Emotionen und echter Fußball-Atmosphäre. Brennen in Basel im Gästeblock die Bengalos, dann kann die Vereinsführung mit dem Finger auf „die radikale Minderheit“ zeigen und für die folgenreiche Entscheidung verantwortlich machen, die eigentlich sie getroffen hat. Sie spaltet die Lager noch tiefer und stellt die kritischen Fans weiter in die Ecke. Auf den ersten Blick schaut das nach einer sogenannten „win-win-Situation“ für die Herren von der Säbener Straße aus.

Bei diesem Erpressungsversuch wird es aber keinen Gewinner geben, es ist kein „goldener Weg“ und nichts anderes als eine Bankrott-Erklärung der Fanarbeit des FC Bayern. Die Vereinsvertreter haben im Laufe der letzten Zeit durch ignorantes und respektloses Verhalten jeglichen konstruktiven Dialog mit den aktiven Fans abgewürgt. Der goldene Weg geht nur über Respekt und Verständnis füreinander. Er ist vielleicht mühsam und langwierig, aber er lohnt sich für diejenigen, denen der FC Bayern wirklich am Herzen liegt.

- ProFans München

9.02.12: Auswärtsspiele in Freiburg und Basel - Fußball bald nur noch für Reiche?

Nächste Woche geht es nach Freiburg, ein Spiel was in der Vergangenheit stets für die Schonung unseres Geldbeutels stand. Auch diese Saison sieht es mit dem Eintritt moderat aus, auch wenn der Preis sich mittlerweile auf 13 EUR erhöht hat, letztes Jahr waren es noch 12 EUR. Schon im Frühjahr 2005 zahlten wir mit 11 EUR fast soviel wie heute. Bleibt eigentlich nur noch eine kleine Frage in der Preisgestaltung, wieso Stehplatzkarten auf Heimseite generell 2 EUR weniger kosten, als die im Gästeblock.

Ein paar Tage darauf steht das Europapokal-Achtelfinale in Basel an. Die Problematik mit der nur dreistündigen Bestellphase, mit der das Bayern-Ticketing es vielen Fans unmöglich gemacht hat, überhaupt Karten zu bestellen, habt ihr vor einigen Ausgaben ja bereits an dieser Stelle im SKB lesen können.
Nun also einige Worte zu den Eintrittspreisen in Basel: Karten für den Gästeblock gibt es für 50 Schweizer Franken. Damit ein gehöriges Stück mehr als letzte Saison, wo wir zwar bereits in der Vorrunde im Sankt-Jakob-Park spielten, der Eintritt aber schon für 36 Franken zu haben war. Dass sich seitdem der Wechselkurs für uns auch noch etwas verschlechtert hat, macht den Preis mit 42 EUR heuer zu einem im Europapokal leider bereits gewohnt teuren Vergnügen.
Wo wir gerade bei 50 CHF waren: für das Qualifikationsspiel in Zürich vergangenen August mussten wir auch 50 CHF berappen.