19.01.12: Auswärtsspiel in Mönchengladbach - Fußball bald nur noch für Reiche?

Das neue Jahr führt uns zuallererst nach Mönchengladbach. Der Stehplatz dort kostet zum vierten Mal in Folge 18 EUR. Damit ist zwar immerhin seit 2008 keine Preissteigerung zu verzeichnen, jedoch ist bei so einem Preis auch nicht mehr unbedingt von sozial verträglichem Eintritt zu sprechen. Und wer denkt, der Preis läge an der aktuellen Tabellensituation der Borussen, der sieht sich hier auch getäuscht.
Aber wie so oft, wird auch dieser Preis v.a. erst durch den Topspielzuschlag so gesalzen. Die Fans von St. Pauli zahlten letztes Jahr lediglich 13 EUR, um im Nordpark das Spiel ihrer Mannschaft zu sehen, während wir dafür schon fünf Euro mehr berappen mussten.

Abschließend noch einige Worte zur Kartensituation bei einem relativ bald anstehenden Spiel, nämlich dem Auswärtsspiel in Basel:
Nachdem am Freitag den 16.12.2011 das Los entschieden hatte, dass wir im Achtelfinale des Europapokals nach Basel reisen müssen, startete unmittelbar nach der Auslosung kurz vor 13:00 die Bestellphase im Online-Portal des FC Bayern. Dass die Kartensituation bei so einem kleinen Gästeblock und der kurzen Anreise wohl mehr als unbefriedigend werden würde, war da bereits abzusehen. In kürzester Zeit gingen demnach auch sehr viele Bestellungen ein, weshalb sich die Ticketabteilung entschied, die Möglichkeit online Karten zu bestellen gegen 15:30 einzustellen.
Jedoch wurden dadurch ganz offensichtlich sehr viele Bayernfans einfach umgangen: Jeder, der entweder gerade noch zwischen 13:00 und 15:30 seiner Arbeit nachging und dort keinen Internetzugang hat, oder sich bereits auf dem Weg zum Heimspiel gegen Köln am Abend befand, wurde dadurch um die Möglichkeit gebracht, überhaupt für dieses Spiel Karten zu bestellen. Und dadurch von vornherein schon vor vollendete Tatsachen gestellt, muss derjenige sich jetzt doch auf die für das Spiel nicht einfache Kartensuche machen, ohne jede Möglichkeit, selbst Karten vom FCB-Ticketing zu bekommen.
Ein ganz anderer Weg, die Karten zu verteilen und dabei im Gegensatz zum tatsächlichen Ablauf auch noch fair vorzugehen, hätte z.B. darin bestanden, den Leuten, die die Spiele in Villarreal, Neapel und Manchester gesehen haben ein Vorkaufsrecht einzuräumen. Stattdessen ist es wiederholt gelungen, engagierte Bayernfans durch so ein Handeln zu verprellen. Leider jedoch keine Seltenheit, wenn man sich die Vergabe von Karten für Bayernspiele anschaut.

17.01.12: Fankongress2012 - Abschlussdokument

Fankongress Berlin 2012
Das Abschlussdokument des Fankongress 2012 ist nun zum download verfügbar!

13.01.12: Live-Berichterstattung vom Fankongress aus Berlin

Fankongress Berlin 2012

Der Fankongress 2012 steht kurz bevor. Bisher haben sich über 500 Teilnehmer von über 60 verschiedenen Vereinen angemeldet und über 70 Referenten zugesagt. Wir gehen aber natürlich davon aus, dass sich noch viel mehr Menschen für den Fankongress, seine Inhalte und die Ergebnisse interessieren. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, Euch ständig auf dem Laufenden zu halten und auch den „Daheimgebliebenen“ Einblicke in den Fankongress in Berlin zu gewähren. Ihr könnt dem Geschehen auf unserer Facebook-Seite (Fankongress 2012 auf Facebook), unserem twitter-Kanal (Fankongress 2012 auf Twitter) und dem Blog www.erhalt-der-fankultur.de folgen.

Danke an dieser Stelle für die Unterstützung an das Online-Fanmagazin Schwatzgelb.de.

ZUM ERHALT DER FANKULTUR

12.01.12: Stellungnahme zur Pyrotechnik-Umfrage: Verwunderung über das Vorgehen von DFB und DFL

Hamburg, 12.01.2012. Mit großer Verwunderung hat ProFans den Schritt seitens des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Fußball Liga zur Kenntnis genommen, wenige Tage vor dem Fankongress in Berlin die Ergebnisse einer durch tns-infratest durchgeführten, repräsentativen Umfrage zum Abbrennen von Pyrotechnik zu veröffentlichen. Mit den gewonnenen Ergebnissen sehen DFB und DFL die vor kurzem eingenommene, ablehnende Position einer Legalisierung von Pyrotechnik untermauert.

Bei Betrachtung der zugrunde liegenden, in unseren Augen suggestiven, Fragestellungen der Studie ist das Ergebnis für die bei ProFans beteiligten Gruppen wenig verwunderlich. Durch Äußerungen wie „Pyrotechnik im Stadion ist gefährlich“ wird für die Befragten bereits in der Fragestellung ein negatives Bild von Pyrotechnik gezeichnet. Ein Hinweis auf die Bestrebungen zur Legalisierung von Pyrotechnik mit ihren Kernaussagen findet hingegen nicht statt. Somit erscheint es ProFans fraglich, ob sich die befragten Personen durch die gewählte Fragestellung eine eigene, differenzierte Meinung zur Thematik bilden konnten, welche durch unvoreingenommene Abwägung des Für und Wider zustande kam. Eine einfache „Ja-Nein“ Antworten-Konstellation spiegelt zudem nicht die Komplexität wider, welche das Thema insgesamt aufweist.

In der Erklärung der DFL zur besagten Umfrage, wird nebulös von einer „repräsentativen Umfrage“ unter Bundesbürgern, dann von „den Fans im Stadion“, von „Fußballinteressierten“ und letztendlich von „DEN Fans“ gesprochen. Offen bleibt dabei, wer mit „den Fans“ gemeint ist, die sich hier mit so deutlichen Mehrheitsverhältnissen „gegen Pyro-Technik“ aussprechen. Das Unternehmen tns-infratest hat die Umfrage laut DFB-Homepage im Auftrag von DFL und DFB unter 2.000 Bundesbürgern durchgeführt. Etwa 960 dieser mit statistischen Methoden ausgewählten Bundesbürger hat die Frage bejaht, „Fußballinteressiert“ zu sein (Was auch immer das bedeutet). Die eigentliche Umfrage mit ihren suggestiven Fragen wurde schließlich nur noch mit diesen etwa 960 Personen durchgeführt. Auf der eigenen Homepage gibt tns-infratest an, dass „eine Stichprobe (…) für manche Studien aus 500 Personen bestehen“ kann, für große Studien aber mehrere 10.000 Befragte umfassen sollte. Dieses Vorgehen wäre angemessen gewesen, wenn es um die Wirksamkeit eines Werbespots für Waschmittel gegangen wäre. Um eine Aussage über die Meinung der Bundesbürger zu einem so komplexen Thema wie „Pyro-Technik“ im Stadion machen zu können, wäre eine weniger suggestive Fragestellung und eine ausgewogene und unvoreingenommene Berichterstattung über die Anliegen der Kampagne angemessen gewesen. Noch dazu, da die absolute Mehrheit der Befragten weder Zugang zu dem noch Anknüpfungspunkt an das Thema hat und höchstens durch entrüstete TV-Kommentaren damit in Berührung kommt. Eine Aussage über die Meinung „der Fans“ dürfte recht schwierig werden, die Meinung der Fans in den Fankurven dürfte hingegen klar sein.

Philipp Markhardt, Pressesprecher von ProFans sagt dazu: „Aufgrund dieser fragwürdigen Herangehensweise leisten die Ergebnisse der Studie aus unserer Sicht in der Gesamtdebatte keinerlei inhaltlich verwertbaren Beitrag. Vielmehr wirft dieses Vorgehen für uns neue Fragen auf.“

Welches Ziel versprechen sich DFB und DFL mit der Veröffentlichung dieser Studie wenige Tage vor dem Fankongress? Welche reelle Aussagekraft der gewonnen Zahlen misst man diesen Umfrageergebnissen bei? Ist es bei genauerer Einordnung der Zahlen überhaupt noch haltbar, von einer aussagekräftigen Studie von Fans über Fankultur zu sprechen? Warum hat man sich für solch suggestive Fragestellungen entschieden und hat der Zeitpunkt der Umfrage, kurz nach der Bekanntgabe des Pokalausschlusses von Dynamo Dresden und der damit einhergehenden medialen Diskussion, nicht zusätzlich zu einer Verzerrung der Ergebnisse geführt? Des Weiteren stellt sich die Frage, wieso der DFB die Gespräche im November für beendet erklärt, einen Monat später aber eine Meinungsumfrage in Auftrag gibt und somit die Diskussion um Pyrotechnik in Fußballstadien wieder entfacht.

Eine Legalisierung von Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien IST grundsätzlich möglich. Eine argumentative und sachliche Begründung finden Sie in diversen Stellungnahmen der Kampagne „Pyrotechnik Legalisieren“, die sowohl durch die von der Kampagne selber als auch durch die vom DFB selbst in Auftrag gegebene Studie untermauert wird. Ein Pilotprojekt, welches für Vereine, Verbände und die Fans von großem Mehrwert wäre, könnte die Debatte über Bestrafungen und Repressionen verhindern. Leider wurde in den letzten Wochen durch gezielte Medienarbeit und nun diese Studie versucht, sich des Themas Pyrotechnik durch oberflächliche Verlautbarungen zu entledigen.

Sowohl den Vertretern der Initiative zur Legalisierung von Pyrotechnik als auch der Öffentlichkeit an sich wurden noch immer keine stichhaltigen Argumente geliefert, die gegen die vorgeschlagenen Konzepte sprechen. DFB und DFL erklären die Debatte stattdessen für beendet und versuchen sich ihre eigenen Fakten dazu zu schaffen. Dass dies nur wenige Tage vor dem Fankongress geschieht, schafft einen faden Beigeschmack, wenn die DFL-Geschäftsführung gleichzeitig die Wichtigkeit eines Dialogs mit den Fans betont.

„Wir fordern an dieser Stelle erneut die Rückkehr aller Beteiligten zur Sachlichkeit in den betreffenden Themenfeldern und stehen weiterhin für seriöse, an Lösungen orientierte Gespräche bereit.“ so Philipp Markhardt. Der Fankongress am kommenden Samstag in Berlin bildet dazu einen passenden Rahmen.

ProFans

Wir möchten Sie in diesem Zusammenhang auf folgende unserer Meinung nach lesenswerte Artikel hinweisen:
http://www.11freunde.de/bundesligen/147927
www.textilvergehen.de/2012/01/10/eil-kein-mord-in-britz-eil

21.12.11: Vorläufiges Programm für den Fankongress

Fankongress Berlin 2012

Etwas weniger als einen Monat vor dem FANKONGRESS 2012 ist es an der Zeit, ein vorläufiges Programm zu veröffentlichen. Bis jetzt ist es uns – wie Ihr dem Programm entnehmen könnt – gelungen, viele kompetente Referenten und Diskussionsteilnehmer für den FANKONGRESS zu gewinnen und dabei die verschiedensten Akteure des Fußballs zu Wort kommen zu lassen, um die Themen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln zu betrachten. Nicht alle angefragten Referenten haben schon zugesagt und wir hoffen noch auf den ein oder anderen „großen Wurf“.

Hier geht’s zum vorläufigen Programm:
http://fankongress-2012.blogspot.com/2011/12/vorlaufiges-programm-fankongress-2012.html

18.12.11: FC Bayern - 1.FC Köln

Wie schon im Vorfeld der Fan-Demo 2010 einigten sich Kölner und Münchner Fans auf eine gemeinsame Aktion. Diesmal wurde von den Gruppen Schickeria München und Coloniacs Ultrà 1.FC Köln der Fankongress in Berlin beworben. Vor Heim- und Gästeblock hing jeweils ein Spruchband mit der Aufschrift “14.-15.01. BERLIN: WWW.FANKONGRESS-2012.DE“. Dazu wurden in den Blöcken Doppelhalter präsentiert, die zusammen den Spruch “FÜR DEN ERHALT DER FANKULTUR” ergaben. Im Kölner Block war außerdem ein Spruchband von CNS mit dem Slogan “PARTIZIPATION STATT POPULISMUS - FANKONGRESS 2012″ zu lesen.

Dass es einige Themen gibt, die den Fans auf der Seele liegen und beim Fankongress thematisiert werden, zeigten weitere Spruchbänder in der Münchner Südkurve. “KARLSRUHE, CHEMNITZ, DÜSSELDORF - IN NUR WENIGEN TAGEN VIEL MEHR VERLETZTE DURCH PFEFFER ALS ES JE DURCH PYRO GEBEN WIRD” von der Schickeria bezog sich auf aktuelle Übergriffe von Polizei und Ordnern auf Fans in verschiedensten Städten, positionierte sich gegen Polizei-Übergriffe mit Pfefferspray und sprach sich für Pyro als Element der Fankultur aus. “FANGERECHTE ANSTOSSZEITEN - DAS KANN UNs kyNer ERZÄHLEN” von der Gruppe Munichmaniacs 1996 nahm zur Problematik der TV-Rechtevergabe und der Spieltagsterminierung Stellung.

DANKE nach Köln für die gute Zusammenarbeit!

15.12.11: Auswärtsspiel in Bochum - Fußball bald nur noch für Reiche?

Zum Jahresabschluss am Dienstag geht es für den FC Bayern vier Tage vor Weihnachten ins altbekannte Bochum, wo es für unsere Elf die nächste Runde im DFB-Pokal zu bewältigen gilt. Der Stehplatz kostet 15 EUR, also ebenso viel wie im Dezember 2009, bei unserem bislang letzten Ligaspiel im Ruhrstadion. Auch im Vergleich zu den vorvergangenen Pflichtspielen beim VfL durchaus erschwinglich, kostete doch sogar die Karte im Dezember 1999 beim 2-2 von Bayern in Bochum bereits mehr als 10 EUR (20 DM). Und das liegt wohlgemerkt mittlerweile mehr als zwölf Jahre zurück. Entspricht demnach einer Inflationsrate von 3,27%. Also im ganz groben Rahmen des 2-3-fachen der realen Inflationsrate, was mittlerweile ja fast schon die Ausnahme im deutschen Profifussball darstellt. Leider, wohlgemerkt.
Jedoch: mit Ausnahme des letzten Jahres war der Preis für den Gästeblock eines DFB-Pokal Achtelfinales die vergangenen Jahre nie teurer als dieses Mal. Mussten wir für unser Beiwohnen des 6-3 Sieges des FCB letzte Saison im Achtelfinale in Stuttgart noch 23 EUR blechen, so kostete der Eintritt in Frankfurt 2009 (14 EUR), wiederum in Stuttgart im Januar 2009 (15 EUR) sowie in Wuppertal Anfang 2008 (11 EUR) jeweils weniger als der Preis am kommenden Dienstag. Was den Kartenpreis in Bochum dann doch zumindest etwas relativiert.

12.12.11: ANMELDUNG UND AKTIONSSPIELTAG FANKONGRESS

Fankongress Berlin 2012

Wie Ihr alle wisst findet am 14. und 15. Januar in Berlin der FANKONGRESS 2012 statt. Wir haben bisher einen optimal geeigneten, zentralen und beeindruckenden Veranstaltungsort organisiert und ein ansprechendes Programm auf die Beine gestellt. Damit Ihr Euch ein Bild machen könnt, den Veranstaltungsort findet Ihr unter www.kosmos-berlin.de. Derzeit warten wir noch auf einige Zusagen von Referenten und Diskussionsteilnehmern. Die bisherigen Zusagen versprechen aber schon jetzt einen sehr interessanten und inhaltsstarken Fankongress. Gerade im Hinblick auf die jüngsten Debatten rund um das Geschehen in den Fanszenen, dürfte das Zusammentreffen in Berlin sehr spannend und hoffentlich richtungsweisend werden. Wir planen das Programm Mitte nächster Woche auf www.fankongress-2012.de zu veröffentlichen.

An dieser Stelle wollen wir noch einmal dringlich für die Teilnahme am Fankongress werben. Die Anmeldungen von Fanseite aus laufen noch etwas schleppend an. Dabei sind wir Fans es, die den Kongress veranstalten und die Gelegenheit nutzen wollen, für unsere Kultur zu kämpfen! So interessant und diskussionswürdig unsere Gäste und Experten auch sind, wir Fans machen den Kongress erst zum wirklichen Fankongress.

Viele Szenen sind bisher noch nicht angemeldet, obwohl wir von vielen wissen, dass sie kommen wollen. Auch wenn es sich dabei nur um eine Formalie handelt, bitten wir Euch, Euch bis zum 19.12.11 (am besten noch früher) anzumelden, damit wir einfach besser planen können. Das gilt auch für die bei ProFans-aktiven-Gruppen, die an der Organisation beteiligten etc. Ihr könnt Euch vorstellen, was ein solcher Kongress für eine logistische Herausforderung darstellt. Meldet Euch über das Formular auf http://www.erhalt-der-fankultur.de/fankongress/bin/ an. Es ist dabei für das Akkreditierungsverfahren sehr wichtig, dass sich alle Teilnehmer persönlich eintragen! Solltet ihr das Formular nicht aufrufen können, meldet euch bitte unter der unten angegebenen E-Mail-Adresse.

Außerdem treten wir mit einer weiteren Bitte an Euch heran. Um in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit für den Fankongress zu schaffen, sollen an den kommenden beiden Wochenenden, also 09./10./11. und 16./17./18. Dezember Aktionen für den Fankongress in den Fanblöcken stattfinden. Die genaue Ausgestaltung (Spruchbänder, Choreos, kleine Aktionen) ist Eurer Kreativität überlassen, sinnvoll wäre es, wenn die Internet-Seite des Fankongresses beworben wird. Und natürlich wäre es sinnvoll, wenn Ihr in Euren Medien, Kurvenflyern, Homepages etc. auf den Fankongress aufmerksam macht. Es wäre weiterhin auch sehr hilfreich, wenn Ihr auf die neue Facebook-Seite des Fankongresses hinweisen könntet (www.facebook.com/pages/Fankongress-Berl … 2226753643).

Weiter bitten wir Euch darum uns Fotos von Fankultur zur Verfügung zu stellen. Die Fotos solltet Ihr in bestmöglicher Qualität in einem Ordner hochladen und den Link an fankongress@profans.de schicken. Mit Fotos von Fankultur meinen wir Bilder von Choreos, Pyro-Shows, Schalparaden, Fahnen im Block, emotionale Bilder aus den Blöcken, Reviermarkierungen, Corteos aber auch Bilder von Aktionen und Spruchbändern mit fanpolitischem Hintergrund, soziale und karitative Aktionen, Polizeieinsätzen und Repression, Cover von Fanzines und Kurven-Flyern, Leuten mit Stadionverbot (zB schemenhaft vor den Toren der Stadien), Fanmassen auf dem Weg ins Stadion, Diskussionen und Veranstaltungen, Bilder die Identifikation mit dem Verein ausdrücken, Bilder die Fußball ohne Emotionen und Fans ausdrücken und und und.

Wir bedanken uns für Euer Engagement, lasst uns gemeinsam am Ball bleiben!

ZUM ERHALT DER FANKULTUR!
Die Organisatoren des FANKONGRESS 2012

10.12.11: Offener Brief der Pyrotechnik-Kampagne an den DFB

Nach dem Abbruch der Gespräche um eine Legalisierung von Pyrotechnik durch den DFB wendet sich die Kampagne “Pyrotechnik legalisieren - Emotionen respektieren” in einem offenen Brief an die DFB-Führung. Außerdem veröffentlichten die Macher Teile des DFB-Rechtsgutachtens.

 

 

 

Sehr geehrter Herr Zwanziger, sehr geehrter Herr Rauball!

Am 2.11.2011 teilten Sie mittels einer Pressemitteilung das Ende der Diskussion um Pyrotechnik mit. Zitat: „Weiterhin nicht in Frage kommt eine sogenannte `Legalisierung` von Pyrotechnik. Bestätigt wird das Verbot durch ein vom DFB-Präsidium in Auftrag gegebenes unabhängiges Rechtsgutachten.“

Wir hatten zuvor unsererseits ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, welches bestätigte, dass unter bestimmten Bedingungen der legale Einsatz von Pyrotechnik in Stadien durchaus möglich ist.
Eine gemeinsame seriöse Aufarbeitung der Rechtslage wäre nun durch weiteren Dialog und einen Abgleich der Gutachten möglich gewesen. Dieser Dialog war aber Ihrerseits nicht gewollt, denn trotz vorheriger Zusage blieb unsere Nachfrage bezüglich der Einsichtnahme in das Gutachten bis heute unbeantwortet. So mussten wir die einseitige Beendigung der Gespräche zwischen DFB/DFL und unserer Kampagne zunächst hinnehmen.

Danach war in der Presse u.a. von „Geisterdebatten“ die Rede – Sie versuchten, die Kampagne in der Öffentlichkeit zu diffamieren. Unsere Antwort auf Ihren Konfrontationskurs entnehmen Sie der entsprechenden Pressemitteilung unter http://www.pyrotechnik-legalisieren.de.

Es war uns inzwischen möglich, Einblick in das von Ihnen in Auftrag gegebene Gutachten zu nehmen und es rechtlich auswerten zu lassen. Es ist nun auch klar, warum man uns und auch der interessierten Öffentlichkeit die Einsichtnahme verwehrt: Denn auch Ihr Gutachten bestätigt, dass die legale Verwendung von Pyrotechnik unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist!
Obwohl wir nun Kenntnis darüber erlangten, dass Sie nicht nur uns, sondern auch die Vereine und die Öffentlichkeit erneut bewusst getäuscht haben, geben wir Ihnen die Chance, mit uns an den Verhandlungstisch zurück zu kehren.

Dabei erwarten wir eine ehrliche Aufarbeitung der Thematik unter Zuhilfenahme unserer Konzeption, die – wie wir nun durch 2 unabhängige Rechtsgutachten feststellen durften – rechtlich umsetzbar ist.

„Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren“

Gutachten-Auszüge:

Im „Rechtsgutachten zu den Möglichkeiten eines begrenzten Einsatzes von Pyrotechnik in Fußballstadien“ (in Auftrag gegeben durch den DFB) wird bestätigt, dass der „begrenzte Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien“ unter „einschränkenden Voraussetzungen möglich“ ist.
Diese Voraussetzungen enthalten, dass der Antrag durch den Verein gestellt, der Stadionbetreiber seine Zustimmung erteilt und das Einvernehmen und die Zustimmung „aller für die Sicherheit und Ordnung örtlich zuständigen Behörden“ bestehen.

Des Weiteren werden geeignete, namentlich bekannte Personen, Sicherheitsabstände, ausgewiesene Zonen, bestimmte Zeiten und geeignete Pyrotechnik als Einschränkungen genannt.
Über genau diese Einschränkungen hatten wir mit dem DFB und der DFL verhandelt und sie für eine gewisse Testphase akzeptiert, um z.B. zumindest bei Choreographien Pyrotechnik legal einsetzen zu können.

Das Gutachten erwähnt: „auch bei Vorliegen aller gesetzlichen, behördlichen und vertraglichen Voraussetzungen steht der begrenzte Einsatz von Pyrotechnik in Fußballstadien zusätzlich unter DFB verbandsinternen Erlaubnisvorbehalt“.

Genau darüber hatten wir mit DFB/DFL gesprochen (wie auch in den offen gelegten Gesprächsprotokollen nachweisbar). Wären obenstehende Voraussetzungen erfüllt, hätte der DFB gemäß seinen Sicherheitsrichtlinien eine Genehmigung nach §34 (1) erteilt.
Das Entgegenkommen ging sogar noch weiter. Wie den Gesprächsprotokollen, die uns am 13.7.2011 vom DFB in dieser Form bestätigt wurden, zu entnehmen ist: „Wenn die Einzelfälle funktionieren, soll es in den Richtlinien eine neue Anlage geben, in der das Verfahren, welches für eine Genehmigung von Pyrotechnik in Stadien nötig ist, festgeschrieben wird.“

Das Gutachten des DFB befasst sich mit dem Versammlungsstättenrecht, dem Sprengstoffrecht und europarechtlichen Vorschriften und begutachtet anschließend die Handlungsmöglichkeiten. Hier werden die Erlaubnis der Feuerwehr, die Zustimmung des Betreibers, das behördliche Einvernehmen der für die Sicherheit zuständigen Behörden und die Richtlinien des DFB genannt. All diese Faktoren sind in unserer Konzeption ebenfalls berücksichtigt.

Abschließend werden die haftungsrechtlichen Regelungen besprochen. Das zivilrechtliche Haftungsrisiko wird als versicherbar benannt, ein strafrechtliches Risiko sei nicht erkennbar.

Das Gutachten ist gezeichnet am 1.11.2011.
Die Pressemitteilung des DFB wurde am 2.11.2011., 14.30 Uhr online gesetzt. Selbst wenn das Gutachten per Email zugestellt sein sollte, muss jeder für sich bewerten, ob in dieser kurzen Zeitspanne tatsächlich eine Prüfung des Gutachtens durch den DFB vorgenommen werden konnte.

5.12.11: Spruchbänder beim Spiel FC Bayern - Werder Bremen (03.12.11)

In der Südkurve zeigte die Schickeria München beim Spiel gegen Werder Bremen aus aktuellem Anlass zwei Spruchbänder zu fanpolitischen Themen:

 ”1 JAHR PYRO-KAMPAGNE - FAKTEN AKZEPTIEREN - CHANCEN NUTZEN - STATT STUR KRIMINALISIEREN”

Dass die Pyro-Kampagne in diesen Tagen ihr einjähriges Jubiläum feiert, erklärt sich von selbst. Unserer Meinung nach sind Verbände und ein Teil der Medien in Bezug auf die Kampagne derzeit leider auf dem Holzweg, da sie alle Gespräche abgebrochen haben und nur noch STUR kriminalisieren. Stattdessen sollten sie die Fakten akzeptieren. Derzeit finden trotz und/oder wegen des unverschämten Verhaltens des DFB so viele schöne und beeindruckende Pyro-Shows statt wie nie. Pyro in den Fanblöcken IST Fakt und lässt sich offensichtlich nicht einfach verbieten. Weiter ist Fakt, dass es konstruktive Gespräche und auch Abmachungen und Versprechen gab und eben nicht nur eine “Geisterdebatte” geführt wurde. Auch die eigens entwickelten Konzepte der Kampagne für eine Legalisierung von Pyro-Technik und einen regelkonformen Umgang gemäß der rechtlichen Vorgaben sind FAKTEN. Die CHANCEN eines konstruktiven und zielorientierten Dialogs über die Legalisierung von Pyro-Technik liegen in einem dadurch sichergestellten vernünftigen und ungefährlichen Umgang mit Pyro, der Stärkung von Selbstregulierung in den Fankurven und einem gegenseitigen Vertrauensgewinn zwischen Fans und Offiziellen im Sinne des gemeinsamen Interesses Fußball.


“DYNAMO WIRD BESTRAFT - FÜR EURE HETZKAMPAGNE - GEGEN DEN POKALAUSSCHLUSS”

Einiges, was von Fanseite aus beim Spiel Dortmund - Dresden passiert ist, scheint zumindest diskutabel zu sein. “Scheint”, weil es uns nicht möglich ist, uns ein abschließendes Bild von den Geschehnissen zu machen, da wir keine unabhängigen Informationen darüber bekommen können, was wirklich passiert ist. Denn die Berichte der sogenannten “Presse” zu den Vorkommnissen und die Statements sogenannter “Funktionäre” dazu sind alles andere als “unabhängig”. Sie sind parteiisch, da sie Teil der Hetzkampagne sind. Die Berichterstattung über das Spiel - für diese Einschätzung brauchen wir die eigenen Erfahrungen mit diesen Mechanismen nicht mal, der Schluss liegt so nah - hat offensichtlich mit Kalkül und maßlos übertrieben. Natürlich muss manches Fanverhalten hinterfragt werden. Zum Beispiel das Werfen von Pyro auf das Spielfeld und das Zünden von Böllern hat den Faninteressen einen Bärendienst erwiesen. Wir sind überzeugt davon, dass es in der Dresdner Fanszene genug Leute gibt, die das thematisieren. Den Schuh, dieser Selbstregulierung aus der Fanszene heraus einen großen Teil der Argumentationsgrundlage entzogen zu haben, muss sich aber der DFB anziehen. Mit seinem Umgang mit der Pyro-Kampagne hat er die Geschehnisse mit zu verantworten.

Darüber, dass der Ausschluss aus dem Pokalwettbewerb in gar keinem Verhältnis mehr steht, ein Akt der unzulässigen Sippenhaft und Kollektivbestrafung ist und jeglicher Verhältnismässigkeit spottet, brauchen wir uns hoffentlich mit keinem vernunftbegabten Menschen mit etwas Gerechtigkeitsempfinden unterhalten. Offensichtlich haben die Vorkommnisse, nein vielmehr die „Berichterstattung“ darüber und die Konsequenzen daraus gerade prima ins Bild gepasst um von den eigenen Fehlern abzulenken und sich aus der Ecke zu manövrieren, in die sich der DFB durch den Umgang mit der Pyro-Kampagne selber gestellt hat.

Die Dresdner Fans selber zeigten eine beeindruckende Reaktion, zu finden auf der Seite von Ultras Dynamo bei den Fotos vom Heimspiel gegen den FSV Frankfurt (http://ultras-dynamo.de/ud2010/gallery/category/218).

Ein etwas älterer Artikel ist in dem Zusammenhang auch nochmal lesenswert:
www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale